Radwandern an der Schlei PDF Drucken E-Mail
Vereinsnachrichten - Freizeitsport
Geschrieben von: Siegmar Masuhr   

Die Jedermänner waren diesmal an der Schlei auf großer Tour

Start ist der 1. Mai. Wir – die Autofahrergruppe – sind um 10.30 Uhr in
der Jugendherberge in Borwedel angekommen. Beeilung, weil wir die
Sportgruppe von der Bahn in Schleswig abholen wollen. Wir sind spät dran.
Glauben wir. Zum Glück hat die Bahn Verspätung.

So kommen wir fast gleichzeitig an.
Ganz schöne Strampelei bis zum Bahnhof. Mit solchen Hügeln hatten wir nicht
gerechnet. Dabei heißt es ja „schleswig-holsteinisches Hügelland“.
Am Bahnhof großes Hallo. Nach Verteilung von süßen Glückskeksen und
aufbauenden Traubenzuckerlollis geht es zum ersten Ziel.
Picknick ist angesagt. Vorfreude beflügelt die Pedalen. Vorbei am schönen
Schloss Gottorf, geht es weiter an der Schlei entlang , am Hafen, lassen links
den Dom in den Himmel gucken. Dann zum St. Johannis – Kloster.  Erst
wollen wir dort rasten – aber so fromm sind wir nun doch nicht.
Wir suchen eine Wiese – und finden sie. Ein Gelände, das eigentlich nicht
betreten werden darf. Wir tun´s trotzdem. Denn da hinten leuchtet die
himmelblaue Schlei. Herrlich! Ein butterblumenübersätes Stück Paradies.
Wie geschaffen für ein Picknick.  Und das ist nicht von schlechten Eltern.
Brötchen, Brot, Käse, Buletten, italienische Spezialitäten und vegetarische
Leckereien. Für  Jeden ist etwas dabei. Duftender Kaffee. Gute Laune.
Sonne.  Zum Abschluss noch selbstgebackener Kuchen.  Sind wir auf einem
Schlemmertörn?
Es geht weiter. Kurzer Abstecher in den Klostergarten, über holpriges,
po-unfreundliches Pflaster nach Holm, dem alten Fischerdorf; schnuckelige
Häuschen, romantische Gärten. Durch Schleswig am Ufer  des Fjordes
entlang  in Richtung Borgwedel.  Das sind noch so einige Kilometer.
Und nun kommen wieder diese Hügel. Na ja, was hin ist – ist auch zurück.
Teilweise schieben wir die Räder.
Ankunft in der Herberge. Zimmerverteilung. Gibt keinen Ärger. Sehen
mehr oder weniger alle gleich aus. Auch die Bettwäsche. Nur- bei Zweien
von uns – haben wohl gestern Nacht die Mücken Party gemacht. Unzählige
liegen auf dem Boden. Tot. Der Staubsauger macht dem Ganzen den
Garaus.
Kurz Betten beziehen, frisch machen (uns), schon geht´s zum Essen. Nicht
sehr weit. Aber mit dem Rad will heute keiner mehr…
Altes Gemäuer – das Restaurant „Epinard“. Drinnen gemütlich und nostalgisch.
An der Decke hängen Instrumente aller Coleur. Ein ganzes
Orchester könnte ausgestattet werden. Dank dessen, dass per Internet ja fast
alles möglich ist, hatten wir unsere Essenswünsche schon vor Wochen
ausgesprochen. Daher gibt es wenig Wartezeit. Wir stillen unseren Appetit
mit Leckerem. Draußen vor den Fenstern stehen Wolken von Mücken. Ist erst
seit zwei Jahren so- laut Aussage des Wirtes. Folge des Klimawechsels?
Na, hier drinnen stört es Keinen.
Abschluss des Abends bei einem kleinen Absacker im Aufenthaltsraum
der Herberge.
2. Mai.
Alle gut geschlafen? Verbaler Austausch der diversen Wehwehchen. Für
Einige ist es die erste Radtour in diesem Jahr. Da macht sich schon das eine
0der andere Gelenk, die Knie, der Po (je nach Veranlagung) bemerkbar.
Aber was soll´s ? Heute, heute geht es  erst richtig los. Aber das wissen wir
noch nicht. Nicht Alle.
Das Frühstück ist fast hotelreif. Die Stimmung ist wieder gut. Die Sonne
strahlt uns an. Was wollen wir mehr?  Fahrradfahren!
Erster Halt in Fleckeby. Radfahrer treffen auf unser Begleitfahrzeug.
Nun werden wir uns wieder an der Fähre in Missunde sehen. Die Einen fahren
durch den Wald – und die Autofahrer durch kleine Dörfer, da ja etwas
schneller. Sie haben noch Zeit, in einem kleinen Hofladen zu stöbern.
Die Fähre bringt uns auf die andere Seite der Schlei. Allerlei Betrieb hier.
Es scheint, als sei ganz Hamburg hierher gefahren. Den Autokennzeichen
nach. In Brodersby wird noch gehalten, um im dortigen Supermarkt
die Vorräte aufzufrischen. Hungern wollen wir nicht.
Nun aber- Dörfer lassen wir zurück. Rapsfelder leuchten. Rapskäfer haben
sich nicht gezeigt. Sattes Grün der Weiden, der Wiesen. Gepflegte, frühlings-
frische Bauerngärten. Ein Genuss für die  Großstadt – Augen. Und – ganz
wichtig – gute Fahrradwege. Selten, dass wir mal auf der Straße fahren
müssen.  So können wir uns treiben lassen, oder den Einen oder Anderen
überholen. Es gibt ja immer Welche, die das gelbe Trikot ergattern wollen.
Gibt es nicht. Also geruhsam weiter. Jeder wie er kann.
Zwischendurch ist Sammeln angesagt. Durchzählen, damit ja Keiner verloren
geht. Luft zum Verschnaufen.
In Ulsnis biegen wir von der Straße ab. Es wird ein Strand versprochen.
Was haben wir für ein Glück. Direkt am Anlegeplatz gibt es eine Picknickwiese
der gehobenen Klasse. Mit rustikalem Holztisch und Bänken. Sogar ein
WC gibt es hier (ist ja nicht unwichtig).
Nun geht es wie gestern- Proviant raus. Ist noch viel da. Wirkt nicht wie Resteessen.
Kaffee haben wir in den Thermoskannen. Umsichtig, wie wir sind, haben wir heute
morgen vorgesorgt. Das ist ein Schmausen.  Anschließend- kleines Nickerchen
im Gras, Fotomotive suchen, mal rechts um die Ecke gucken. Jedes nach seinem
Gusto.
Aufbruch, der Weg ist noch weit. Leider  geht es nicht Jedem gut und so wird
Unser Bus genutzt.
Der Rest der Crew strampelt, was das Zeug hält.  Etwas bedrückt zuerst.
Bald nimmt uns aber die hübsche Landschaft wieder gefangen. Die Hügel
werden wieder mehr. Endmoränen der letzten Eiszeit. Etwas anstrengend.
Und dann mal eine Prise Wind. Natürlich von vorn. Wie immer. Rechts und
links Äcker und Wiesen. Wir wollen zur Klappbrücke nach Lindaunis.
Mitten in einem Dorf- wohin geht der Weg? Rechts, links?
Wie gut, dass unsere Führerin die Karte dabei hat und entscheidet – rechts.
Im geheimen glauben wir nicht Alle, dass es stimmt. Aber es stimmt- und so
kommen wir noch zum Gehöft des (Fernseh-) Landarztes. Ganz interessant,
wenn man erkennt, wie bei den Dreh´s gemogelt wird. Der Garten sieht jedenfalls
ganz anders aus.
Endlich an der Klappbrücke. Es dauert eine ganze Weile, bis wir grün zum
Überqueren bekommen. Und aufpassen, dass kein Rad in die Gleisen kommt.
Geschafft. Auf nach Rieseby.  Wir haben Kaffeedurst. Möchten noch einmal
rasten. In dem alten Gasthof nimmt uns eine Rosenlaube auf. Kleine Erfrischung.
Gut gestärkt, motiviert –aber der Weg hat sich nicht verkürzt. Und diese
Hügel – eher Berge- und bis Fleckeby noch sechs Kilometer. Verfluchte Eiszeit.
Uns läuft ein wenig die Zeit weg. Die Landschaft ist immer noch schön.
Wir haben uns für 19 Uhr in einem Gasthof angemeldet. Verschwitzt wie wir sind,
möchten wir uns nicht an den Tisch setzen. Aber wir können den Termin verschieben.
Nun aber, in die Pedalen, unter die Dusche, durchatmen.
Um 20 Uhr sitzen wir geschniegelt und gebügelt im Gastraum. Sind zwar nicht
die Muntersten, schmecken lassen wir es uns trotzdem.
3. Mai
Am Sonntag sind wir stolz – mehr als 50 Kilometer haben wir gestern bewältigt.
Da durften wir schon ein wenig kaputt sein – oder ?
Und heute geht es zurück. Den Weg kennen wir. Vorher noch einen kulturellen
Abstecher nach Haithabu. Wenn wir schon mal hier sind. Ausgrabungen aus der
Zeit der Wikinger. Lang, lang ist´s her.
Nach kleinem Imbiß geht es heim, teilweise mit dem Auto, ansonsten mit der
Bahn nach Hamburg.
Und im nächsten Jahr? Vorschläge? Vielleicht mal ganz plattes Land.  
     

         

 

Joomla! is Free Software released under the GNU/GPL License.